Pfadnavigation

Ausgründungen fördern

Ausgründungen brauchen mehr Förderung – durch eine gestärkte und gelebte Gründungskultur und damit einhergehend verbesserte strukturelle Rahmenbedingungen.

Um die Ausgründungskultur und die damit einhergehenden Aktivitäten zu forcieren, müssen die Kooperationen und der Austausch zwischen den relevanten Akteuren wie zum Beispiel Forschungseinrichtungen, etablierten Unternehmen, Investoren, IHKs, Verbänden und Start-ups in Innovationsökosystemen gestärkt werden. Dabei erhalten Start-ups zum Beispiel niederschwelligen Zugang zu gründungsrelevanten Ressourcen wie etwa zu (Forschungs-)Infrastrukturen an Forschungseinrichtungen und Hochschulen oder zu Finanzierungsmöglichkeiten. Als junge, wirtschaftlich oftmals mit höheren Risiken behaftete Unternehmen, benötigen besonders Start-ups diese Ressourcen, um Produkte zur Markreife zu entwickeln und in den Markt zu bringen. Der deutsche Wagniskapitalmarkt ist im internationalen Vergleich schwach entwickelt und zeichnet sich nur durch wenige aktive Business Angels und Venture Capital Fonds aus. Großvolumige Anlagemöglichkeiten für institutionelle Anleger fehlen ebenso wie Anreize für KMUs, um mit Start-ups zu kooperieren. Zur Stärkung seines Innovationsraumes wäre für Europa die Etablierung einer Kapitalmarktunion sehr hilfreich.

Unsicherheiten und Hindernisse bestehen auch darin, wie der Transfer von Intellectual Property-Schutzrechten (IP) von Forschungseinrichtungen zu den Unternehmen gelingen kann. Die Forschungseinrichtungen sollten dabei ihre Möglichkeiten konsequent ausschöpfen, indem sie IP zu einem effektiven Hebel für Ausgründungsinteressierte machen und einen geregelten niedrigschwelligen Zugang gewähren. Ziel ist es, IP-Transferprozesse zwischen den Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft so transparent und einfach wie möglich zu gestalten. 

Um Ausgründungen stärker zu forcieren, werden mehr Forschende benötigt, die über das Mindset und die Kompetenzen zum unternehmerischen Denken und Handeln verfügen, um ihre wissenschaftlichen Ergebnisse erfolgreich in die Anwendung zu bringen. Dabei sollte der messbare Impact wissenschaftlicher Arbeit auf die Wirtschaft (beispielsweise industriefinanzierte Forschung, Produktentwicklung bis zur Marktreife, Start-ups, Lizenzeinnahmen, Engagement in Industrie- und Standardisierungsgremien) als Erfolgsfaktor (E-Index) im Sinne eines "Research for Industry" gleich gewichtet werden wie Standard-KPIs für wissenschaftliche Exzellenz (H-Index). Begleitend hierzu ist eine zu entwickelnde Corporate Science Responsibility notwendig (unter anderem Leitplanken für den Wissenstransfer aus öffentlich finanzierter Forschung, die den unerwünschten Wissensabfluss vermeiden).