Dass Wohnraum in Deutschland immer knapper und teurer wird, belastet auch die Wirtschaft erheblich – darauf hat jetzt Volker Treier, Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), hingewiesen.
"Wohnen ist längst zu einem zentralen Standortfaktor geworden", sagte Treier der "BILD" auf Anfrage. "Die Unternehmen können qualifizierte Mitarbeiter nur gewinnen und halten, wenn es vor Ort bezahlbaren Wohnraum gibt."
In Zeiten des Fachkräftemangels brauche es daher "eine gezielte Strategie, um den Wohnungsbau voranzubringen", mahnte der DIHK-Chefanalyst. "Bauen muss in Deutschland schneller und billiger werden. Lange Genehmigungsfristen, ein Wust von Auflagen und hohe Standards verteuern und verzögern den Neubau sowie die Modernisierung von Wohnraum." Vorschriften und Auflagen, die mit klimapolitischen Zielen verbunden seien, verteuerten Bauinvestitionen zusätzlich.
"Wir brauchen daher vor allem drei Dinge", resümierte Treier: "die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Reduzierung von Vorschriften und die umfassende Digitalisierung der zum Bau notwendigen Prozesse. Nur so können wir die notwendigen privaten Investitionen anstoßen."
Hilfe zur Selbsthilfe
Viele Unternehmen werden selbst aktiv und engagieren sich dafür, ihren (potenziellen) Mitarbeitenden ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Die Möglichkeiten reichen von eigenen Werkswohnungen über die Vermittlung von Belegungsrechten bis zum Mietzuschuss.
Unterstützung leistet das neue Projekt "Zukunft Beschäftigenwohnen" bei der DIHK Service GmbH, etwa mit einer Veranstaltungsreihe zum Werkswohnungsbau 2.0. Details gibt es auf der Website der DIHK Service GmbH.
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Karoline PreußReferatsleiterin Bau- und Immobilienwirtschaft
Die unheilige Allianz von Wohnraummangel und Fachkräftemangel zählen auch zu den "Top-Themen der Wirtschaft 2025", in denen die DIHK die aktuell wichtigsten Stellschrauben für die Wirtschaftspolitik beschreibt. Hier lesen Sie mehr dazu.